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letzte Änderung 16.09.2008
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unsere deutsch-türkische (kurdische) Geschichte

Ich habe meinen Mann aus der Türkei über das Internet kennengelernt. Er ist jetzt seit einem Jahr in Deutschland.
Wir hatten aber massive Probleme mit den dämlichen dt. Ausländerbehörden. Sie hatten uns offenbar eine Scheinehe unterstellt, was wir aber erst hinterher nach monatelangem Warten ohne jegliche Nachrichten von Seiten der Behörden erfahren haben..... Selbst nachdem ich extra in die Türkei geflogen war um ihn zu heiraten haben sie ihm kein Visum ausstellen wollen...........

Was wir mit den dt. Ausländerbehörden erlebt haben hat mich zutiefst schockiert. Sowohl das dt. Konsulat in Ankara als auch die Ausländerbehörden in Deutschland.
Dass man dermaßen respektlos, unmenschlich und asozial behandelt wird. UNGLAUBLICH. Vor Gericht gilt: im Zweifelsfall für den Angeklagten und man geht erstmal von unschuldig aus bis zum Beweis des Gegenteils. Bei den Ausländerbehörden gilt das Gegenteil.
Vorallem als Deutsche so behandelt zu werden war für mich ein Schockerlebnis, sowas denkt man nicht wenn man in Deutschland lebt. Mein Mann kannte dieses Verhalten schon eher und hat sich nicht so sehr gewundert.

Im Konsulat in Ankara nehmen offensichtlich gleichgültige und inkompetente Personen die ganzen Visa-Anträge auf.

Ein Touristenvisum wurde abgelehnt. Dadurch hatten wir keine andere Möglichkeit als dass ich zu ihm fliege und ihn dort heirate. Was zeitlich und finanziell natürlich problematisch war. Für meine Familie wäre unsere Geschichte sicher wesentlich besser nachvollziehbar gewesen, wenn wir uns erst eine zeitlang länger in Deutschland hätten kennenlernen können, und auch meine Familie ihn.
Mein Mann musste dann einen Antrag auf Familienzusammenführung im dt. Konsulat in Ankara stellen. Hierfür mussten wir 6 Wochen auf einen Termin warten.

Nachdem er den Antrag gestellt hatte war ich direkt bei meinem Ausländeramt um meine Papiere abzugeben, sie sagten der Antrag wäre schon per fax eingegangen und dem dürfte nichts im Wege stehen. So in ca. 4 Wochen hätte er das Visum. Und das auch nur weil das Fax nicht ausreicht, sondern die Post muss erst über eine Behörde in Köln laufen und wird dann erst weitergeleitet zu unserer Stadt.
Nach 4 Wochen bekam ich aber einen Brief dass ich wiederum 6 Wochen später zu einer Befragung vorgeladen worden bin. Ich war total geschockt, wir waren davon ausgegangen uns bald sehen zu können.
Wir wurden dann zeitgleich befragt, sie wollten sogar die Farbe der Fliesen im Badezimmer seiner Familie wissen......
Wenn man da 2-3 von vielleicht 100 Fragen nicht eindeutig gleich beantwortet, kann man das Visum schon vergessen. Teilweise sind diese Fragen einfach nur blöde. Wenn man extra in die Türkei fliegt nur um seinen Schatz zu treffen achtet man einfach nicht auf die Farbe von Teppichböden oder Wandfliesen. Total unsinnig und von so etwas hängt dann dein ganzes Lebensglück ab.

[Ich hatte mich zwischenzeitlich schon mit den Gedanken beschäftigt alles in Deutschland aufzugeben, meine Kinder bei ihrem Vater zu lassen und zu meinem Schatz in die Türkei zu ziehen. Ohne Arbeit, ohne Perspektive in einer vollkommen fremden Kultur in der ich als dt. Frau nicht wirklich eine Entfaltung gefunden hätte. Wenn mein Mann kein Visum bekomme hätte, hätten wir keine andere Wahl gehabt als unsere Liebe aufzugeben oder dass ich zu ihm ziehe.]

Weitere 3-4 Wochen später hat er dann endlich das Visum bekommen.
IMMER ohne jegliche Nachricht oder Erklärung der dt. Ausländerbehörden. Eine absolut, empörende, menschenverachtende und asoziale Verhaltensweise. Ich war und bin immer noch schockiert über diese Sch... dt. Behörden.
Was ich zwischen den Zeilen bei meiner Befragung herausgehört hatte:
Als mein Mann den Antrag gestellt hatte, wurden ihm lediglich 3 Fragen gestellt. Eine davon auf Englisch. Sehr schnell gesprochen, er sollte mein Geburtsdatum sagen. Das konnte er nicht (Jahreszahlen sagen zu können ist nicht primär wichtig wenn man verliebt ist. Da versucht man sich über andere Themen mit Händen und Füßen zu verständigen). Sein Englisch war nicht besonders gut, beim ersten Besuch haben wir uns oft im Hotelzimmer aufs Bett gesetzt und auf englisch aufgeschrieben was wir sagen wollten. Da im englischen vieles anders geschrieben als ausgesprochen wird hatte er mich oft nicht verstanden.
Naja auf jeden Fall hat diese dämlich Beamtin einfach in den Fragebogen "kann kein Englisch" reingeschrieben. Ich konnte kein Türkisch und er kein Deutsch. Dann sind sie von einer Scheinehe ausgegangen und nur deswegen mussten wir Monate lang ohne Nachricht warten.

Aber der Ärger geht ja hier weiter!!!!
Was wir für einen Ärger mit den Sprachschulen hier hatten.
Vollgepackt, unqualifizierter Unterricht, der größte Teil der Teilnehmer ist schon seit 1-11 Jahren in Dt. und kann bereits etwas deutsch, wird vom Arbeitsamt verpflichtet an den Kursen teilzunehmen und ist dementsprechend unmotiviert.
Leute wie mein Mann, die gar kein deutsch konnten fallen da vollkommen unter den Tisch. Ich habe mich beschwert sogar bis zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die diese Kurse fördern. Kein Erfolg. Mein Mann wurde von der Sprachschule als minderbemittelt dargestellt und offenbar gar nicht fähig eine Fremdsprache erlernen zu können!!!!!!!!
Tolles Konzept, aber die Realität sieht katastrophal aus und interessiert niemanden. Die Tln-zahl variierte bei uns von 11 bis 28!!!! Mit 28 ist kein vernünftiger Unterricht möglich. Das wusste ich vorher alles nicht als ich ihn blauäugig wo angemeldet hatte.

Die 2. Sprachschule auf der ich ihn angemeldet hatte wäre gut gewesen, nur 11-15 Teilnehmer, gute Betreuung usw. ABER dort waren ganz viele Kurden. Mein Mann ist selbst Kurde. Er wurde aber von denen massiv bedrängt und genötigt sich umgehend im PKK-Parteibüro melden zu müssen. Das war uns dann zu gefährlich und er ist sofort nicht mehr zu dieser Schule gegangen und musste schon wieder wechseln. Das ist doch wirklich traurig und frustrierend. Nach alldem was wir hinter uns hatten und dann bekommt man von allen Seiten Probleme, sogar von den eigenen Landsleuten. Wir wollen nicht politisch aktiv werden sondern einfach nur glücklich zusammen leben dürfen!!
Zuhause in der Osttürkei hatten ihn alle gewarnt sich ja nicht mit den PKK Leuten in Deutschland einzulassen, sogar der Gemeindevorsteher seines Ortes. Was soll das also sein, eine Partei die angeblich die Interessen der eigenen Leute vertritt von denen aber selbst gefürchtet und gemieden wird?!?! Uns wurde gesagt dass sie nicht nur Geld haben wollen sondern auch so weit gehen die jungen Männer in den Irakkrieg (Türkei gegen Kurden) zu schicken. Das ist dann ganz und gar nicht mehr "lustig".
So ein Verhalten erzieht doch die eigenen Landsleute dazu politisch uninteressiert zu werden, alleine um sich Ärger vom Hals zu halten und in Frieden leben zu können.

Ich könnte wirklich ein Buch schreiben über das letzte Jahr, wenn ich die Zeit dazu hätte.

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