 | Liebe Gäste wenn Ihr diese Geschichte lesen und verstehen könnt, dann habt Ihr schon fast alles über die die Sprache, die in meiner Gegend gesprochen wird verstanden. Dieser Text ist in Berndeutsch geschrieben, viel Vergnügen beim Lesen.........
http://de.youtube.com/watch?v=bESS6fhJ03s
S Totemügerli
Gäuit we mir da grad eso schön binanger sitze, hani däicht, i chönntnech vilicht no nes Bärndütsches Gschichtli verzelle. Es isch zwar es bsungers uganteligs Gschichtli wo aber no gar nid eso lang im Mittlere Schattegibeleggtäli passiert isch.
Der Schöppelimunggi u der Houderebäseler si einisch schpät am Abe, wo scho der Schibützu durs Gochlimoos pfoderet het, über s Bätzmattere Heigisch im Erdpfetli zueglüffe u hei nang na gschigelet u gschigöggelet, das me z Gotts Bäri hätt chönne meine, si sige nanger scheich.
"No ei so schlöözige Blotzbänggu am Fläre, u i verminggle der s Bätzi, dass d Oschterpföteler ghörsch zawaggle!"
"Drby wärsch froh, hättisch en einzige nusige Schiggler uf em Lugipfupf!"
U so isch das hin u härgange wie nes Färegschäderli amene Möuchgröözi, da seit plötzlech Houderebäseler zu Schöppelimunggi:
"Schtill! Was ziberlet dert näbem Tobelöli z grachtige n uuf u aab?"
Schöppelimunggi het gschläfzet wie ne Gitzeler u hets du ou gseh. Es Totemügerli! U nid nume eis, nei, zwöi, drü, vier, füüf, es ganzes Schoossiniong voll si da desumegschläberlert u hei zängbigerlet u globofzgerlet i gschanghangizigerlifisionööggelet, das es eim richtig agschnäggelet het.
Schöppelemunggi u Houderebäseler hei nang nume zuegmutzt u hei ganzhingerbyggelig wölle abschöberle. Aber chuum hei si der Awang ytröölet, gröözet es Totemügerli: "Heee, dir zweee!"
U dene ischs i d Chnöde glöötet wie bschüttis Chrützimääl dure Chäschbertrog. Düpfelig u gnütelig si si blybe schtah wie zwöi gripseti Mischtschwibeli, u scho isch das Totemügerli was tschigerlisch was pfigerlisch bine zueche gsi. Äs het se zersch es Rüngli chybig u gschiferlig agnöttelet u het se de möögglige gfraget:
"Chöit dir is hälfe, ds Blindeli der Schtotzgrotzen ueche z graagge?"
Wo der Schöppelimunggi das Wort Blindeli ghört het, het em fasch wölle Härzgätterli zum Hosegschingg usepföderle, aber der Houderebäseler het em zueggaschplet: "Du weisch doch, das me ämne Totemügerli nie darf nei säge!" U du si si halt mitgschtapflet.
"So, dir zwee!"
hets Totemügerli gseit, wosi zum Blindeli cho si, u die angere Totemügerli si ganz rüeiig daaggalzlet u hei nume ugschynig ychegschwärzelet.
Da hei die beide gwüsst, was es Scheieli Gschychets ds Gloubige choschtet u hei das Blindeli aagroupet, der eint am Schöpfu, der anger a de Gängeretalpli.
Uuuh, isch das e botterepfloorigi Schtrüpfete gsi! Die zwee hei, gschwouderet u ghetzpacheret, das sie znäbis me gwüsst hei wo se der Gürchu zwurglet.
Daa, z eis Dapf, wo si scho halber der Schtotzgrotzen uecheghaschpaperet si, faht sech das Blindeli afah ziirge u bäärgetglet mit schychem Stimmli:
"Ooh, wie buuchet mi der Glutz!"
Jetz hets aber em Schöppelimunggi böös im Schyssächerli guugget. Är het das Blindeli la glootsche u isch der Schtotzgrotz abdotzeret wie wenn em der Hurli-Gwaag mit em Flarzyse der Schtirps vermöcklet hätt.
"Häb düre, Münggu!" het em der Houderebäseler no naagräätschet, u de het er nüt me gwüsst.
Am angere Morge het ne ds Schtötzgrötzeler Eisi gfunge, chäfu u tunggig wien en Oeiu, u es isch meh weder e Monet gange, bis er wider het chönne s Gräppli im Hotschmägeli bleike.
Totemügerli u Blindeli het er keis meh gseh sis Läbe lang, aber o der Schöppelimunggi isch vo da a verschwunde gsi.
S git Lüt wo säge das vo da a es Totemügerli meh desume gschärzelet isch.
so und hier noch die Übersetzung
Seelenaussauger
Wenn sich mir schon die Gelegenheit bietet und wie hier alle so schön beieinander sitzen, habe
ich mir gedacht, ich könnte euch vielleicht eine kleine Geschichte erzählen. Es ist zwar eine
besonders unanständige und unerhört schauerliche Begebenheit, sie hat sich jedoch vor gar
nicht mal so langer Zeit im mittleren Schatteggtal ereignet.
Der Schnulleredmund und der Holunderstaudenpascal marschierten einst spät am Abend, als
schon der alte Birkhahn durch das Schatteggmos rief, über die Wiese des alten Batzmeiers in
Richtung des kleinen Weilers Erpfenwil. Während dem kurzen Marsch konnten sie es nicht
unterlassen, einander zu verspotten und sich gegenseitig auf die Schippe zu nehmen. Man hätte
tatsächlich fast meinen können, aus dem Spass würde Ernst und sie würden als nächstes
aufeinander losgehen. „Noch so eine miese, hinterhältige Behauptung über meine Frau, und ich
prügle so sehr auf dich ein, dass du denkst, Oster und Weihnachtsglocken läuten dieses Jahr am
selben Tag!“ „Dabei wärst du froh, wenn deine Frau doch wenigstens eine lausig Mitgift mit in die
Ehe gebracht hätte!“ Und so gab ein Wort das andere, es mache den Anschein, als würden sie
sich als nächstes in einen brutalen Kampf stürzen. Plötzlich aber, sagte der
Holunderstaudenpascal verstolen zu Schnulleredmund:
„Still! Was keucht dort hinten in der Nähe des Friedhofs geschäftig auf und ab?“
Schnullermund blinzelte wie ein Kanalarbeiter nach zwölf Stunden Dienst und sah es schliesslich
auch. Ein Seelenaussauger! Und nicht nur einer! Nein, zwei, drei, viel, fünf, eine ganze
Fussballmannschaft voller Seelenaussauger Alle sind sie dort hinten herumgehüpft,
geschlendert, geschlichen, gekrochen, und geeilt, beim blossen Anblick wurde einem Angst und
Bange! Schnulleredmund und Holunderstaudenpascal blinzelten einander versteckt zu und
wollten sich heimlich davonschleichen. Aber kaum hatten sie sich umgedreht, kreischte ein
Seelenaussauger:
„Hey, ihr zwei!“
Der gellende Schrei fuhr ihnen durch Mark und Bein wie ein Blitz, der im Boden einschlägt.
Kleinlaut und eingeschüchtert blieben sie stehen, wie zwei Lausebengel die beim Klauen von
Knallfröschen erwischt wurden. Es sie sich versahen, stand der Seelenaussauger auch schon
neben ihnen. Er musterte die zwei zuerst eine halbe Ewigkeit lang und schaute sie schief an,
dann fragte er sie höflich:
„Könntet ihr uns helfen, die Leiche der alten Buchbinderin aus dem Friedhofsareal zu
schleppen?“
Als Schnulleredmund hörte, was die Seelenaussauger vorhatten, schien es ihm, als fiele ihm sein
Herz hinunter in die Hose und entwische als nächstes aus seinem Hosenbund. Aber
Holunderstaudenpascal raunte ihm zu: „Du weißt doch, das man einem Seelenaussauger keinen
Wunsch abschlagen darf!“ Uns so schlurften die beiden halt angsterfüllt zum Friedhof.
„So ihr zwei!“ sagte der Seelenaussauger als sie endlich beim Grab der alten Buchbinderin
angelangt waren, die anderen Seelenaussauger waren ganz diskret herbeigeeilt und musterten
die Unglücksraben nur verstohlen. Die zwei wussten jedoch, was sie zu tun hatten, wenn ihnen
ihr Leben lieb war und machten sich sogleich an die gefürchtete Arbeit. Sie packten die Leiche,
der einte am Schopf und der andere an den Füssen. Was war dass für eine elende Last! Sie
schleppten und schleppten – so lange, dass ihnen bald alle Sinne vergingen. Urplötzlich, als sie
den Friedhofshügel schon fast hinter sich gelassen hatten, fing sich die Leiche zu bewegen und
die alte Buchbinderin meldete sich mit scheuem Stimmlein:
„Oh was knurrt mir der Magen!“
Jetzt hatte Schnullermund endgültig das Herz in der Hose! Er liess die Leiche auf den Boden
plumpsen und machte sich aus dem Staub, wie wenn der Teufel persönlich hinter ihm her wäre.
„Komm zurück und halte durch Edmund!“ schrie ihm Holunderstaudenpascal noch nach, aber
mehr konnte er auch nicht tun. Am anderen Morgen fand ihm Bathmeiers Elsa. Schwach und
elend wie ein halbtoter Vogel, und es verging mehr als ein Monat, bis er wieder aus dem Haus
und am Friedhof vorbei gehen konnte. Sein Leben lang sah er keinen Seelenaussauger mehr
und das Grab der alten Buchbinderin fand man nie wieder. Aber
auch Schnulleredmund war von der gesichtsträchtigen Nacht an,
spurlos verschwunden.
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