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Das erste Kochbuch
Das erste Kochbuch
Kochbuch für
junge Frauen und Mädchen mit 400 Kochvorschriften
von
Therese Wilhemi
2. Auflage
(um 1920)
Vorwort
Ein Mangel der bis jetzt
vorhandenen Kochbücher ist der, dass sie alle nur den Zweck verfolgen,
Vorschriften für die
Zubereitung einer Anzahl, zum Teil sehr zusammengesetzter Gerichte zu geben,
ohne zu berücksichtigen,
dass es viele junge Frauen und Mädchen gibt, welche ein Kochbuch nicht nur als
Nachschlagebuch bei besonderen Veranlassungen benutzen, sondern an der Hand
desselben erst das Kochen erlernen wollen. Ein Kochbuch, das dieser Bestimmung
genügt, muss so eingerichtet werden, dass alle Vorschriften ganz bestimmte
Angaben enthalten, dass auch scheinbar Unwichtiges oder Selbstverständliches
berücksichtigt ist und dass alle Vorschriften tunlichst gleichmäßig für eine
bestimmte Anzahl von Personen berechnet sind. Und zwar ist es das
Nächstliegende, das bei Festsetzung der Mengen, die in den Vorschriften
empfohlen werden, der Umstand beachtet wird, dass es sich bei jungen Frauen fast
durchweg um einen kleinen Hausstand von 3 Personen (Mann, Frau und Dienstbote)
handelt; denn es ist eben der natürliche Lauf der Dinge, dass der Hausstand
klein anfängt und sich allmählich vergrößert. Ist er erst groß, wie die
Verfasser der meisten Kochbücher voraussetzen, dann ist die Hausfrau
mittlerweile so in ihre Aufgabe hineingewachsen, dass sie nur selten auf ein
Kochbuch zurückzugreifen hat.
Weiter ist noch zu
beachten, dass es einer Hausfrau beim Anlernen eines Dienstmädchens - und dies
kommt doch oft vor - eine große Erleichterung sein muss, wenn sie diesem,
abgesehen von den gewöhnlichen Handgriffen oft nicht das Geringste vom Kochen
versteht, ein Kochbuch in die Hand geben kann, das ihm ein sicherer Leitfaden
ist, dem nur ab und zu einige belehrende Erläuterungen seitens der Hausfrau
hinzuzufügen sind.
Die Verfasserin der
vorliegenden kleinen Kochbuchs würde erfreut sein, wenn es ihr gelungen wäre,
einen, den gestellten Anforderungen annähernd entsprechenden Leitfaden gefertigt
zu haben. Es kam ihr weniger auf große Reichhaltigkeit an einzelnen
Kochvorschriften, als vielmehr darauf an, dass die mitgeteilten ganz genau seien
und dass sie mit wenigen Ausnahmen, welche besonders hervorgehoben wurden, sich
alle auf einen Haushalt von 3 - 4 Personen beziehen. Unbestimmte Angaben wie:
etwas, ein wenig, ein Stückchen, ein gutes Stück (Butter) , reichlich (Zwiebeln)
usw., wie sie in allen vorhandenen Kochbüchern regelmäßig wiederkehre und welche
Anfängerinnen so große Verlegenheiten bereiten, sind streng vermieden, vielmehr
sind alle, auch die kleinsten Zutaten stets genau angegeben. Ferner ist darauf
geachtet, dass bei den Vorschriften, wo nötig, vermerkt wurde, wie viel von den
einzelnen Rohstoffen zur Herstellung eines Gerichtes einzukaufen ist.
Obgleich die Mengen, wie
sie in den einzelnen Vorschriften angegeben wurden, durchweg für den aus 3
Personen bestehenden Haushalts der Verfasserin ein einem Zeitraum von 20 Jahren
ausgeprobt sind, so werden doch, weil die Bedürfnisse der Menschen sehr
verschieden sind, manchem die angegebenen Mengen zu gering erscheinen,
namentlich, was Fleisch anlangt. Allein da Fleisch den größten Ausgabeposten im
Haushalt ausmacht und da die Vorschriften für den Mittelstand berechnet sind,
wurde die Sparsamkeit berücksichtigt, auch schon deswegen, weil heutzutage
vielfach zu großer Wert auf die Fleischnahrung gelegt wird zum Schaden der
Beteiligten.
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