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letzte Änderung 08.04.2008
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Das erste Kochbuch

Das erste Kochbuch

Das erste Kochbuch

 

Kochbuch für junge Frauen und Mädchen mit 400 Kochvorschriften

 

von

 

Therese Wilhemi

 

2. Auflage

 

(um 1920)

 

 

 

 

Vorwort

 

Ein Mangel der bis jetzt vorhandenen Kochbücher ist der, dass sie alle nur den Zweck verfolgen,

Vorschriften für die Zubereitung einer Anzahl, zum Teil sehr zusammengesetzter Gerichte zu geben,

ohne zu berücksichtigen, dass es viele junge Frauen und Mädchen gibt, welche ein Kochbuch nicht nur als Nachschlagebuch bei besonderen Veranlassungen benutzen, sondern an der Hand desselben erst das Kochen erlernen wollen. Ein Kochbuch, das dieser Bestimmung genügt, muss so eingerichtet werden, dass alle Vorschriften ganz bestimmte Angaben enthalten, dass auch scheinbar Unwichtiges oder Selbstverständliches berücksichtigt ist und dass alle Vorschriften tunlichst gleichmäßig für eine bestimmte Anzahl von Personen berechnet sind. Und zwar ist es das Nächstliegende, das bei Festsetzung der Mengen, die in den Vorschriften empfohlen werden, der Umstand beachtet wird, dass es sich bei jungen Frauen fast durchweg um einen kleinen Hausstand von 3 Personen (Mann, Frau und Dienstbote) handelt; denn es ist eben der natürliche Lauf der Dinge, dass der Hausstand klein anfängt und sich allmählich vergrößert. Ist er erst groß, wie die Verfasser der meisten Kochbücher voraussetzen, dann ist die Hausfrau mittlerweile so in ihre Aufgabe hineingewachsen, dass sie nur selten auf ein Kochbuch zurückzugreifen hat.

Weiter ist noch zu beachten, dass es einer Hausfrau beim Anlernen eines Dienstmädchens - und dies kommt doch oft vor - eine große Erleichterung sein muss, wenn sie diesem, abgesehen von den gewöhnlichen Handgriffen oft nicht das Geringste vom Kochen versteht, ein Kochbuch in die Hand geben kann, das ihm ein sicherer Leitfaden ist, dem nur ab und zu einige belehrende Erläuterungen seitens der Hausfrau hinzuzufügen sind.

Die Verfasserin der vorliegenden kleinen Kochbuchs würde erfreut sein, wenn es ihr gelungen wäre, einen, den gestellten Anforderungen annähernd entsprechenden Leitfaden gefertigt zu haben. Es kam ihr weniger auf große Reichhaltigkeit an einzelnen Kochvorschriften, als vielmehr darauf an, dass die mitgeteilten ganz genau seien und dass sie mit wenigen Ausnahmen, welche besonders hervorgehoben wurden, sich alle auf einen Haushalt von 3 - 4 Personen beziehen. Unbestimmte Angaben wie: etwas, ein wenig, ein Stückchen, ein gutes Stück (Butter) , reichlich (Zwiebeln) usw., wie sie in allen vorhandenen Kochbüchern regelmäßig wiederkehre und welche Anfängerinnen so große Verlegenheiten bereiten, sind streng vermieden, vielmehr sind alle, auch die kleinsten Zutaten stets genau angegeben. Ferner ist darauf geachtet, dass bei den Vorschriften, wo nötig, vermerkt wurde, wie viel von den einzelnen Rohstoffen zur Herstellung eines Gerichtes einzukaufen ist.

Obgleich die Mengen, wie sie in den einzelnen Vorschriften angegeben wurden, durchweg für den aus 3 Personen bestehenden Haushalts der Verfasserin ein einem Zeitraum von 20 Jahren ausgeprobt sind, so werden doch, weil die Bedürfnisse der Menschen sehr verschieden sind, manchem die angegebenen Mengen zu gering erscheinen, namentlich, was Fleisch anlangt. Allein da Fleisch den größten Ausgabeposten im Haushalt ausmacht und da die Vorschriften für den Mittelstand berechnet sind, wurde die Sparsamkeit berücksichtigt, auch schon deswegen, weil heutzutage vielfach zu großer Wert auf die Fleischnahrung gelegt wird zum Schaden der Beteiligten.

 
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