I N T E R L I N G U E
Was ist Interlingue? Interlingue ist eine Plansprache wie Esperanto oder Volapük. Interlingue wurde früher Occidental genannt. Interlingue wurde 1922 von dem Deutschen Edgar von Wahl geschaffen. Von Wahl wurde in der heutigen Ukraine geboren und lebte in Tallinn (Estland). Interlingue ist eine Sprache, die im Wesentlichen auf dem vorhandenen internationalen Wortschatz aufbaut, ohne dabei die Unregelmäßigkeiten der Nationalsprachen mit zu übernehmen. Sie bindet den internationalen Wortschatz so vollständig ein, dass nur sehr wenige Elemente neu gelernt werden müssen und ein Verstehen fast auf den ersten Blick möglich ist.
Damit die Sprache sich schon nach kurzer Zeit sicher anwenden lässt, verbindet sie das ererbte internationale Wortgut mit einer einfachen, regelmäßigen Sprachstruktur.
AUSSPRACHE
Interlingue verwendet insgesamt 26 Buchstaben. Die meisten Buchstaben werden wie im Deutschen ausgesprochen. Hier die Besonderheiten und Sonderfälle:
y = als Vokal "ü", als Konsonant "j"
eu = ö
c = wie z vor i,e, y ansonsten wie k
g = vor e, i, y stimmaftes sch wie das J in "Journal" oder das ge in "GaraGE"
sonst wie g
j = dz wie Englisch das J in "John"
s = wie ß im Deutschen, zwischen zwei Vokalen "s" wie in Rose
t = in den Silben -tia, -tie, -tion wie z, sonst wie t
v = w
z = ds
zz = tz
ch = tsch oder sch
wie k vor Konsonanten, in den Silben -arch und zusammen mit y
sh = sch
n' = nj
l' = lj
ei = e und i getrennt sprechen
BETONUNG
Betont wird der Vokal vor dem letzten Konsonanten, Ausnahmen werden durch Akzentzeichen z.B idé bezeichnet.
GRAMMATIK
1. ARTIKEL UND GESCHLECHT
Interlingue kennt keine Geschlechter.
Der bestimmte Artikel "der, die, das, die (Plural)" lautet "li".
Der unbestimmte Artikel "ein, eine, ein" lautet "un".
2. SINGULAR UND PLURAL
Der Plural wird immer durch anhängen von -s gebildet.
Bei Sustantiven die auf Vokal oder -c, -g, -um endet
wird das -s einfach an das Wort drangehängt.
Beispiele: un genie (ein Genie) - du genies (zwei Genies)
Bei Sustantiven, die auf alle anderen Konsontanten enden,
lautet die Pluralendung -es.
Beispiel: un congress (ein Kongress) - du kongresses (zwei Kongresse)
3 ADJEKTIVE
Adjektive bleiben stets unverändert, werden also nicht nach Singular/Plural,
Fall oder Geschlecht angeglichen.
Beispiel: un modern automobil (ein modernes Auto) - du modern automobiles
(zwei moderne Autos).
4. FÄLLE
Im Interlingue werden die Substantive nicht nach Fällen dekliniert. Akkusativ wird
mit dem Nominativ ausgedrückt. Der Genitiv wird mit der Präposition "de" ausgedrückt.
Zusammen mit dem bestimmten Artikel wird sie zu "de li" oder "del" zusamengezogen.
Der Dativ wird mit der Präposition "a" ausgedrückt. Zusammen mit dem bestimmten
Artikel "a li" bzw. zusammengezogen "al".
5. VERBEN
Es gibt insgesamt vier Verformen. Der Infinitiv endet immer auf -r, z.B. amar (lieben).
Die Gegenwart wird gebildet durch das Weglassen der Infinitivendung statt.
Die Präsensform ist in jeder Person gleich:
yo ama (ich liebe), tu ama (du liebst), il ama (er liebt), noi ama (wie lieben) usw.
Alle anderen Zeiten werden zusammengesetzt. Das Perfekt wird dabei als bevorzugte
Vergangenheitsform verwendet. Es wird gebildet aus der Präsensform von haben "ha" und dem
Partizip. Das Partizip wird gebildet durch Ersetzung der Infinitivsilbe -r durch ein -t.
Beispiel:
Yo ha amat (ich habe geliebt), tu ha leet (du hast gelesen), illa ha trincat (sie hat
getrunken), noi ha promenat (wie sind spazierengegangen), vu ha questionat (ihr habt
gefragt, illi ha respondet (sie haben geantwortet).
|